Anti- Aggressivitätstraining

Anti- Aggressivitätstraining zur besseren
Impuls- und Selbstkontrolle

  • Gewaltfreie Kommunikation
  • Deeskalationsstrategien
  • Abbau gewaltorientierter Lebensweisen

 

Aus unterschiedlichen Gründen verspüren manche Menschen in gewissen Situationen viel Aggressivität und reagieren entsprechend oft aufbrausend oder sogar gewaltbereit gegenüber ihren Mitmenschen. Wenn ein sozial verträgliches Verhalten im Elternhaus bzw. im Umfeld der betroffenen nicht vermittelt werden konnte, bestehen im Erwachsenenalter Defizite, welche im Alltag zu zwischenmenschlichen Konflikten führen. Um diesem Aggressionspotenzial entgegenzuwirken, bietet sich ein Anti-Aggressivitäts-Training an. Viel zu oft wird gewartet, bis es tatsächlich zu einer handgreiflichen Übergriffigkeit gekommen ist. Je früher eine Verbesserung der Selbstkontrolle angestrebt wird, desto rascher führen alternative Konfliktlösungen zu einem harmonischen Miteinander.

 

> Das Anti- Aggressivitätstraining kommt nicht nur den
Mitmenschen, sondern vor allem der eigenen Person zugute. <<

 

Naturgemäß profitiert auch das gesamte Umfeld von einem aggressions- und gewaltfreien Miteinander. Wer sich zu einem Training gegen aggressives Verhalten entschließt, sollte sich bewusst sein, dass er sich primär selbst etwas Gutes tut. Gewaltbereite Menschen erkennen bei einer kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst, dass sie die Wut aufzufressen scheint. Vor allem dann, wenn es um Dinge geht, deren Veränderung nicht in den eigenen Einflussbereich fällt. Im Rahmen des Trainings werden verschiedene Strategien erlernt, um in konfliktbehafteten Situationen die Ruhe zu bewahren und alternative, gewaltfreie Wege zu gehen.

Pädagogischer Ansatz
In der vom Lebensalltag der ProbandInnen klar abgegrenzten Sondersituation eines sozialen Trainings entwickelt der Kursleiter in der Auseinandersetzung mit den Gruppenmitgliedern eine pädagogisch inszenierte Konfliktkultur. Diese, mittels spezifischer Techniken pädagogisch gestaltete Konfrontation, dient im Wesentlichen dazu, gewaltaffine Einstellungen und Verhaltensmuster zu erschüttern, innere (Veränderungs-)Widerstände aufzubrechen, das Rollenverhalten in Peer-Kontexten zu verändern, gewaltfreie Verhaltensalternativen in Konfliktsituationen aufzuzeigen, Mitleid mit den Opfern, Schuld- und Verantwortungsgefühle zu wecken und zu fördern. Dabei zielt das AAT besonders auf psychische Abwehrformen der Neutralisierung und Vermeidung von Schuld- und Verantwortungsgefühlen. Dieser Anspruch lässt erkennen, dass dieses Training auch therapeutische Effekte erzeugen will. Eine verlässliche und belastbare pädagogische Beziehung zwischen dem Kursleiter und den einzelnen Mitgliedern sowie deren aus freien Stücken erteilte Interventionserlaubnis für eine Konfrontation, gelten hierfür als unverzichtbare Grundlage. Die Herausforderung, in der „Zwangssituation“ eines angeordneten Trainings bei den einzelnen Absolventen eine intrinsische Motivation zur Verhaltensänderung aufzubauen, wird bewusst angenommen und pädagogisch gestaltet. Gruppendynamische Effekte und Wirkungen werden dabei gezielt genutzt.

Unsere Zielgruppe

  • Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene, die durch aggressives, zerstörerisches Verhalten entweder auffällig waren oder aktuell sind. Zum Klientel gehören also…
  • verurteilte Straftäter, die das Training per Auflage absolvieren müssen
  • Menschen, welche in ihrem häuslichen Umfeld Gewalt ausüben (Männer/Frauen/Jugendliche)
  • Gewaltbereite Väter, Mütter oder Großeltern
  • Schüler und Schülerinnen (Klassentrainings)
  • Wohngruppen

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit reine Mädchen-/Frauentrainings durchzuführen. Wir trennen diese Gruppen im Bedarfsfall von den männlichen Teilnehmern, weil eine Mischung unter Umständen dazu führt, dass keine Seite offen und authentisch agiert. Auch „schlagende Mütter“ gehören zu unserer Zielgruppe, allerdings nur in einer Gruppe mit homogener Thematik.

Inhalt und Ziele des Anti- Aggressivitätstrainings
Zu Beginn des Trainings suchen wir im Rahmen einer Selbststudie Antworten auf folgende Fragen:
• Worüber GENAU haben Sie sich (immer wieder) aufge
regt?
• Wie hätten Sie die Situation früher und friedlicher in eine
andere Bahn lenken können?
• Woran merken Sie, dass Sie kurz davor sind die Fassung
zu verlieren?
• Wie können Sie GEWALT vermeiden?

  • Im Anschluss an die Selbststudie werde die Erkenntnisse angenommen und im Rahmen folgender Parameter bearbeitet:
    Entspannungsübungen in der Gruppe (Autogenes Training und Entspannungstechniken zur Unterstützung der Körperwahrnehmung)
  • Gewaltfreie Kommunikation (Methodenkompetenz)
  • Umgang mit Provokation erlernen
  • Eigene Aggressionen erkennen und verstehen
  • Sinnvolles Verhalten in Bedrohungssituationen
  • Reduzierung der Feindlichkeitswahrnehmung
  • Selbstbehauptungstraining
  • Nähe, Distanz und Grenzen
  • Stärkung des positiven Selbstkonzeptes
  • Konfrontationsübungen/ Praxissimulation (in Form von Rollenspielen)
  • Kanalisieren von aggressiven Potenzialen
  • Übungen gegen Anmache
  • Umgang mit Macht und Ohnmacht
  • Stärkung der Selbstkontrolle
  • Reflexionsrunden
  • Gruppengespräche
  • Der „Heiße Stuhl“

Rahmenbedingungen

Der Trainer: Christoph Dostert

1) Ausbildung ISS in Frankfurt
2) Anti- Aggressivitäts und Coolnestrainer
3) Systemischer Familientherapeut
4) Jugend- und Heimerzieher
5) Mehrjährige Erfahrungen mit Intensivstraftäter

 

Zielgruppe und Teilnehmerzahl
Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene ab dem 14ten Lebensjahr
6-12 Teilnehmer pro Trainingskurs nach Zusage der Teilnahmefähigkeit durch den Trainer

Raumbedingungen

  • 2 große, helle und ruhige Räume in zentraler Lage (3 Gehminuten vom Bus- und Zugbahnhof St. Wendel)
  • Sanitäre Anlagen (Dusche/ WC)
  • Beamer
  • Küche
  • Computer mit W- Lan
  • Flipchart

Dauer & Umfang der Trainings
Dauer: 3 Monate
12 Einheiten á 2 Stunden
2 Einzelsitzungen jeweils zu Beginn und zum Abschluss
10 Gruppensitzungen

Leistungen

  • Konzeptionelle Vor- und Nachbereitung
  • Durchführung durch einen Anti- Aggressivitätstrainer und dessen Assistenten
  • Ausführliches Vorgespräch
  • Materialkosten
  • Auswertungsgespräch und schriftliche Dokumentation
  • Erstellung individueller Gewaltbiografie